Blühmischungen aus heimischen Wildpflanzen – Lebensraum und Nahrung für unsere blütenbestäubenden Insekten

In der modernen Kulturlandschaft sind sie selten geworden - bunt blühende, extensiv genutzte Wiesen. Dabei beherbergen gerade solche Flächen eine Vielzahl an Pflanzenarten, die als Nahrung für Insekten dienen. Besonders Schmetterlinge, wie zum Beispiel der gefährdete Goldene Scheckenfalter, Wildbienen und Heuschrecken brauchen diese Lebensräume. Auch das Überleben vieler Vogelarten hängt vom Vorkommen zahlreicher Insekten ab.

Während einige wenige Grasarten und auch der Weißklee sich vegetativ ausbreiten und damit bei häufigerer und früher Mahd langfristig überleben können, trifft dies nur auf sehr wenige Kräuter zu. Um über Jahre hinweg an einem Standort zu bestehen, müssen die meisten blühenden Kräuter sich selbst aussamen. Dies bedeutet, dass nach der Bestäubung die Samen 4-5 Wochen benötigen, um reife Samen zu bilden. Diese Samen fallen bei der Heuwerbung aus und können in den nächsten Jahren wieder austreiben. Wird zu früh gemäht, bleiben mit der Zeit nur wenige Arten auf den Wiesen übrig und die zahlreichen, für viele Insekten überlebensnotwendigen Blüten verschwinden.

Schon mit wenigen Schritten lässt sich die Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb fördern und steigern. Die Anlage von Ackerblühstreifen, artenreichen Blumenwiesen, Ackersäumen, Feldrainen und Hecken ist ein wesentlicher Beitrag dazu.

Auszug aus der ÖAG-Info 4/2018