Das hohe genetische Potenzial unserer Tiere, die Ausrichtung der Fütterung auf Leistung, Artgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie die Nutzung intensiver wie auch extensiver Flächen verlangt einen tiergerechten Einsatz des vielfältigen Futters in den Rationen. Damit diese unterschiedlichsten Futterpartien richtig vorgelegt werden, muss eine Bewertung der Inhaltsstoffe, Mengen- und Spurenelemente sowie der Futterhygiene erfolgen. Mit den Futterwerttabellen sind die Landwirte in der Lage, diese Einstufung ihrer Grundfuttermittel durchzuführen, exakte Laboranalysen von Futtermitteln können jedoch nicht ersetzt werden.

In dieser ÖAG-Sonderbeilage werden folgende Themen behandelt:

  • Futterpartien im Alpenraum
  • Futterwerttabelle
  • Grundfutterbuch
  • Kriterien für die richtige Einstufung der Futterpartien
  • Vegetationsstadium zur Ernte
  • Abzüge im Energiegehalt der Futterwerttabelle
  • Ermittlung bzw. Einschätzung des TM-Gehaltes
  • Umrechnung Trockenmasse auf Frischmasse
  • Silagen und Heu praktisch bewerten
  • Qualitätspunkte für die Energiedichte des Futters
  • Anwendung der Tabellen für die Rationsgestaltung
  • Futteraufnahme-Schätzformel für Milchkühe

Fazit für die Praxis

Es können nach diesem Bewertungssystem auch Kategorien für die Anwendung des Grundfutters getroffen werden. Spitzenqualitäten weisen eine Gesamtpunkteanzahl von über 95 Punkten auf und sind für hochlaktierende Tiere, Futterqualitäten von 70 bis 95 Punkte für laktierende Tiere und 50 bis 70 Punkte für trockenstehende Tiere und Mutterkühe, während Futterqualitäten unter 50 Punkten für das Jungvieh schwerpunktmäßig angeboten werden. Ernteprodukte unter 20 Punkten sind besser als Einstreu vorzulegen.

Dieses Bewertungssystem ist für die Praxis ein Fortschritt. Es sollte damit gelingen, die wissenschaftlich erarbeiteten Ergebnisse in die breite Praxis zu übertragen.

Der Bauer ist ein hervorragender Beobachter und guter Bewerter. Mit seinem Fachwissen kann er die Futterwertzahlen für sein Grundfutter künftig für das Tier und die entstehende Leistung nutzen.