Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein führte in Zusammenarbeit mit dem Futtermittellabor Rosenau (LK Niederösterreich) erstmals in Österreich ein Pferdeheuprojekt durch. Dazu wurden insgesamt 512 Untersuchungsergebnisse von Pferdeheuproben aus den Jahren 2015 bis 2019 ausgewertet, um ein Bewusstsein der Pferdehalter zur Qualitätsverbesserung aufzubauen.
Ergebnisse kurz zusammengefasst: über 50 % der Heupartien wurden zu spät geerntet. Spät geerntetes Heu wies Rohfasergehalte über 340 g/kg TM auf und war dadurch sehr energiearm. Nur etwa ein Viertel der 512 Pferdeheuproben waren futterhygienisch völlig einwandfrei. Überschreitungen der Orientierungswerte für sporenbildende Schimmelpilze der Arten Penicillium, Wallemia u.a. sowie Hefen waren bei etwa einem Drittel der Heuproben zu beobachten. Diese Partien sind aufgrund eines mikrobiologischen Futterverderbs für die Pferdefütterung nicht geeignet!

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Die Ergebnisse des ersten österreichischen Pferde-Heuprojekts wurden am 7. März 2020 bei der 9. Österreichischen Pferdefachtagung vorgestellt. Insgesamt beteiligten sich 62 Pferdehalter an der Fragebogen- und Analysenaktion zur Pferdeheuqualität. Nach chemischen und mikrobiologischen Kriterien wurden die 10 besten Heuproben vorselektiert und diese Proben von einer fünfköpfigen Expertenjury mit der ÖAG-Sinnenprüfung bewertet.

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Die besten drei Proben des Projektjahres 2018 bzw. 2019 wurden unter Beisein von 450 Tagungsteilnehmern prämiert. Diese prämierten Heuqualitäten sind für Pferdeheu in Österreich als „Goldstandard“ heranzuziehen.die  Die ÖAG hat den Hauptpreis von € 200,- gesponsert und dieser wurde von Geschäftsführer Wilhelm Graiss an Barbara Schneider und ihrem Sohn aus Strengberg (NÖ) überreicht. Die ÖAG setzt damit ein Signal, um auch das extensivere Grünland und die Heuqualität für die Pferde zu fördern.

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Hier finden Sie den Fachbeitrag zum Pferdeheuprojekt "Ergebnisse aus dem ersten österreichischen Pferde-Heuprojekt".